Tanzwoche (17. - 23. Juli 2016)

Rahel

Auch dieses Jahr war die Sommertanzwoche im Tessin wieder ein Highlight. Ich fühle mich nach den fünf Tagen intensivem Tanztraining auf über 1000 Höhenmetern wie neu geboren. Es ist für mich eine Ehre, Bharata Natyam in seiner pursten Form von Guruji Vijaya Rao lernen zu können, die diese Kunst unverfälscht nach Europa gebracht hat. Das bekömmliche vegetarische Essen, das sie in der Tanzwoche für uns zubereitete, rundet das Erlebnis ab.

Anna

Stille umfängt mich. Nachdem ich – von Hamburg kommend – über 17 Stunden in Bahnhöfen, Zügen und Autos verbracht habe, tut es gut, mit beiden Füssen auf festem Fels zu stehen, um kurze Zeit später die Zimmertür hinter mir zu schliessen und keinen Laut mehr zu hören: Ich bin im Tessin angekommen, in der Nateschwara Mountain Academy.

Die Academy liegt am Rand des kleinen Dorfes Camperio auf halber Höhe am Berg. Diese abgeschiedene Lage macht für mich den Reiz dieses Seminarhauses aus. Für mich als Norddeutsche sind die umliegenden Berge jedes Mal wieder atemberaubend. Auch dieses Mal habe ich sie beim Frühstück auf der Terrasse bestaunt und einmal bildeten sie die Kulisse für einen spektakulären nächtlichen Mondaufgang.

Die Atmosphäre des Hauses ist geprägt von grosser Ruhe: Ohne Ablenkung und Zerstreuung fällt es leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ruhe bedeutet jedoch nicht Langeweile. Die Tage waren mit Yoga, Meditation, Tanzunterricht, Essen und Tischgesprächen gut gefüllt. Trotzdem blieb noch Zeit, z.B. zum Ausruhen oder Spazieren und sogar für einen Filmabend mit einem alten indischen Filmklassiker.

Wir waren diesmal (leider) nur wenige Tanzschüler. Dadurch bekam aber der Tanzunterricht, um dessentwillen ich ja gekommen war, eine ganz besondere Tiefe. Guruji Vijaya Rao kümmerte sich liebevoll um jeden Einzelnen von uns, und speziell für mich stand diesmal absolut Qualität vor Quantität. So eine Tanzwoche im Tessin ist kein Erholungsurlaub im landläufigen Sinn, und doch fahre ich danach immer entspannt und vor allem bereichert nach Deutschland zurück.

Lea

Es war eine Woche voller Fülle. Schon ein Schritt vor das Haus tretend lässt erahnen, wie viele Blumen und Tiere es hier gibt. Im Haus gibt es wunderschöne und besinnliche Ecken, die mit Blüten geehrt werden, und Öllämpchen, die immer brennen. Es ist ruhig und gleichzeitig voller Schönheit und Rhythmus. Besonders sind die vielen Blumensträusse im Haus und die Kristalle, die in dieser Gegend gefunden wurden.

Ich erlebte in der Tanzwoche viele wertvolle Minuten, gesättigt mit mystischen und lustigen Geschichten, Lachen, Speisen, Ausruhen, Mithelfen, Lernen und Staunen. Einige Erinnerungen leuchten wie helle Sterne, zum Beispiel wie wir den Ganesha Shloka tanzen oder wie wir uns Chai trinkend in der Sonne vom Tanzen ausruhen. Ein weiterer Stern zeigt unseren Besuch der Buddha-Statue im zum Haus gehörenden Wäldchen, ein anderer den traurigen Liebesfilm inklusive Happyend mit indischen Liedern, den wir an einem Abend gesehen haben. Ganz besondere Momente waren auch die Puja für Ganesha, die unser Meditationslehrer Anton Tönz zelebrierte, unser Bad im Licht des Vollmondes, die Meditation und die Tänze. Dies alles mit meinen Sinnen zu kosten, erweckt einen Rhythmus in mir drin, und ich bin sicher, dass ich mit jeder dieser Erfahrungen ein bisschen besser tanzen kann.

Ursula

Seit 2002, seit es die Nateschwara Mountain Academy gibt, habe ich fast jedes Jahr am Sommertanzkurs teilgenommen. Für mich ist dies ein Ort der Ruhe, an dem ich zu mir selbst kommen kann. Das Haus ist nicht nur sehr schön gelegen, es ist auch hinsichtlich seiner Architektur und Atmosphäre etwas ganz Besonderes. Dazu kommt das liebevoll gekochte Essen, mit dem uns die Kursleiter Vijaya Rao-Tönz und Anton Tönz verwöhnen.

An diesem wunderschönen Ort im abgelegenen Bleniotal gibt es keine Ablenkung, so dass ich mich ganz auf die Dinge konzentrieren kann, die unseren Tagesablauf bestimmen: Yoga, Meditation und Tanzen, Tanzen, Tanzen. Vor allem der Tanzunterricht ist sehr intensiv und bietet Guruji Vijaya Rao die Möglichkeit, uns ohne Zeitdruck zu unterrichten. So kann ich in dieser Woche bereits Gelerntes vertiefen und viel Neues lernen – was jedes Mal ein Motivationsschub für das weitere Tanztraining ist.

Dabei wird mir jedes Mal bewusst, wie wohltuend und erfüllend die Fokussierung auf wenige Dinge ist. Der Stapel Bücher, den ich mitgenommen habe, bleibt weitgehend ungelesen und das iPhone brauche ich nur zum Wecken. Für mich ist das Erholung pur, so dass ich jedes Mal ausgeruht und zufrieden in meinen Alltag zurückkehre.

 

  • Theorie_Unterricht.jpg
    Theorie Unterricht
  • Facetten_von_Angst.jpg
    Facetten von Angst
  • Korrektur_der_Augenstellung.jpg
    Korrektur der Augenstellung
  • Bharata_Natyam_Masterkurs_Juli_2016.jpg
    Bharata Natyam Masterkurs Juli 2016
  • Emotion_ausdrücken.jpg
    Emotion ausdrücken
  • Teepause_Juli_2016.jpg
    Teepause Juli 2016